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PSYCHOLOGIE · 11. August 2022

Warum soziale Netzwerke für einen Händler tödlich sein können

Ich erinnere mich, als ich letzten Jahres im Jahr 2021 auf Twitter in eine Diskussion verwickelt wurde, wo ich zuvor gewarnt hatte, dass eine Aktie wie HelloFresh tief fallen könnte.

Es dauerte nicht lange bis die Reaktionen von Fondsmanager und Anlegern kamen. 

Alle meine Argumente wurden widerlegt, hinterfragt und entkräftet. Mir kam es so vor als ging es nur um das Recht haben zu wollen, ohne die Bestätigung abzuwarten. Mit einer Bestätigung hätte man nicht vor einen halben Jahr oder Jahr rechnen können. 

Anstatt abzuwarten, erhielt ich extrem viele Nachrichten rund um die Uhr. Ein Ereignis, dass erst in 6 Monaten oder einen Jahr eintreffen könnte, sollte ich heute schon belegen. Es ging sogar soweit, dass ich mir eine “Gerichts” Mappe anlegen mußte, für den Fall der Fälle, weil diese Idioten einen auch noch an den Pranger stellen wollten.

Es folgte ein Giftpfeil nach dem anderen, so dass meine Aktivitäten für den Handel ins Hintertreffen gerieten. Ich entschloß mich daraufhin, das Soziale Netzwerk “Twitter” zu verlassen, weil ich wirtschaftliche bzw. finanzielle Risiken abwenden wollte.

Heute ist HelloFresh mit -66,4 % das Schlußlicht im Dax. Man spricht davon, dass diese Aktie mit der Neubewertung des DAX 40 Index im September, aus dem Dax fliegen könnte.

Sie können sich aber sicherlich darauf verlassen, dass diese Kritiker, die mit ihren Giftpfeilen auf mich schossen, jetzt nicht um die Ecke kommen und mich loben. Dazu müßte man Größe beweisen, die man von diesen Herrschaften nicht erwarten kann.

Gut an Twitter finde ich, dass sich da Leute herumtummeln, die einen auch weiterbringen können. Interessante Persönlichkeiten und geschäftlich erfolgreiche Menschen. 

Schlecht finde ich an Twitter, dass hier auch sehr viele Unwissende sich als professionelle Marktteilnehmer darstellen. Sie können hunderte mal sagen, dass sie mit Bitcoin nichts zu tun haben wollen und sie können sich sicher sein, dass einer ums Eck kommt und sagt, kaufen sie halten eine kleine Position. Der Kurs von Bitcoin stand damals bei 69.000 und ein paar hundert Dollar. Heute kämpft er um die 20 – 22.000 $ Marke und es sieht nicht sehr gut für den Bitcoin aus. Aber weil halt auch der Dümmste bei steigenden Kursen Geld verdienen kann, hatten sie eben auch viel Glück die Glücksritter und ließen die Risiken völlig außer acht.  

Sie treffen viele Täuscher und Trickser in den sozialen Netzwerken, die Sie von Ihrem Ziel der fleißigen und harten Arbeit für Ihren Erfolg abbringen und Ihnen sogar Argumente liefern, die nicht positiv wirken können. Aus diesem Grund halte ich das Risiko für den Tod eines Händlers als realistisch, wenn er sich in den sozialen Netzwerken herumtreibt.

Lösen Sie sich von den negativen Umfeld und den Giftpfeil. Die brauchen Sie nicht.  Die wollen Sie gar nicht haben. Nehmen Sie lieber stattdessen ein Buch in die Hand und lernen Sie. Ich denke, an der Börse kann man nie auslernen.

Der Börsenhandel ist schwer genug. Da braucht man nicht noch eine zusätzliche Ablenkung und Leute die einem vom Weg abbringen möchten.